Waldsiedlung Wildpark-West
Die Waldsiedlung Wildpark-West, ein Gemeindeteil von Geltow, ist in den 1930er Jahren von den Potsdamer Architekten Otto von Estorff und Gerhard Winkler im königlichen Wald an der Havel als Landhaussiedlung angelegt worden. Einige der für diese Zeit typischen Wohnhäuser stehen heute unter Denkmalschutz. Zwei malerische Alleen geben der Siedlung ein Gesicht. Der Amselweg ist von Kastanien gesäumt; der Fuchsweg, eine imposante Eichenallee, führt vom Marktplatz in Richtung Wildpark, Park Sanssouci und Potsdam. (Literatur zu Wildpark-West und der Entenfang-Geschichte: ´Wildpark-West a. d. Havel - Die Geschichte der Wiese Gallin´, Marianna v. Klinski-Wetzel / Gerhard Mieth, 2. Auflage Juli 2008, im Selbstverlag, 581 Seiten)
Alte Entenfanganlage
Auf dem verlängerten Fuchsweg in Richtung Potsdam trifft man nach etwa 400 m jenseits der Ortsgrenze von Wildpark-West auf einen kleinen Rastplatz mit einer Informationstafel zum Alten Entenfang. Hier erfahren Sie Wissenswertes über die Funktionsweise der im Jahr 1694 eingerichteten Entenfanganlage für die Hof-Tafel der Hohenzollern. Sie ist die einzige Anlage in Brandenburg und die älteste dieser Art in Deutschland. Der kleine künstliche See war bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verlandet und wurde vom amtierenden Entenfänger schon im Jahr 1746 als Kuhweide genutzt. Im selben Jahr begann der Entenfang im ehemaligen Claussee, der als ´Großer Entenfang´ bezeichnet wird. Die Fangzeiten der durchziehenden Wildenten dauerte nur von Ende Juli bis Ende September. In der übrigen Zeit konnte der Entenfänger dem Publikum und auch den königlichen Gästen seine dressierten Lock-Enten vorführen.
Ehemaliges ´Entenfang Etablissement
Auf Ihrem weiteren Weg in Richtung Wildpark und Park Sanssouci entdecken Sie nach nur 200 m zur Linken ein zwischen Bäumen versteckt liegendes Gebäude. Hier hatte im Jahr 1842/43 der Architekt des Königs, Ferdinand Ludwig Persius, ein neues Entenfänger-Wohnhaus mit Wirtschaftsgebäude und Aussichtsturm sowie eine große Scheune errichtet. Zu diesem Anwesen gehörten ein parkartig gestalteter Garten sowie ein landwirtschaftlich genutztes Gelände. Im Obergeschoß des Wohnhauses befand sich ein herrschaftlich ausgestalteter Saal, in welchem die königlichen Gäste bei ihren Spazierfahrten durch die schöne Havellandschaft eine Rast machten und Tee servieren ließen. Von diesem Saal aus konnte man den Aussichtsturm besteigen und einen herrlichen Ausblick auf die Landschaft bis nach Werder genießen. Bei einem Umbau des Gebäudekomplexes im Jahr 1957 ist der Turm entfernt und das Obergeschoß zu einer Wohnung umgestaltet worden.

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